Petra Rode-Bosse fordert Mindestlohn von 8.50 Euro

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Kreis Höxter (nw). Aus einer jetzt veröffentlichen Studie der Hans-Böckler-Stiftung geht hervor, dass die Kreise Höxter und Paderborn Spitzenreiter bei der geringfügigen Beschäftigung sind.

Hier gibt es besonders viele Minijobs, die zum ganz überwiegenden Teil von Frauen ausgeübt werden. Im Kreis Höxter basieren ein gutes Drittel aller Frauen-Arbeitsplätze, nämlich 33,9 Prozent, auf geringfügiger Beschäftigung.

Die SPD-Bundestagskandidatin Petra Rode-Bosse hält diese Struktur für sehr problematisch. „Von einem Minijob kann man nicht leben. Das heißt: Wo es einen Minijobber gibt, muss es immer auch einen ‚echten’ Verdiener in der Familie geben. In Zeiten, wo das klassische Rollenverständnis vom Mann als Verdiener und der Frau als Hüterin des Hauses längst überholt ist, ist dieses Modell einfach nicht mehr zeitgemäß.“ Die weit verbreiteten Beschäftigungsverhältnisse auf geringfügiger Basis seien überdies unsozial. „Die Inhaberinnen von Minijobs werden häufig mit einem Stundenlohn abgespeist, den man buchstäblich als Hungerlohn bezeichnen kann“, so die Sozialdemokratin. „Mehr als ein Viertel der Minijobberinnen erhalten einen Stundenlohn unter fünf Euro. Und bei zwei Dritteln liegt er immer noch unter 8,50 Euro“, beruft sich Rode-Bosse auf die Studie der gewerkschaftsnahen Stiftung. „Bei diesen Beträgen sind Minijobberinnen sozial kaum abgesichert und einem erhöhten Armutsrisiko – vor allem im Alter – ausgesetzt.“

Es geht Rode-Bosse jedoch nicht darum, geringfügige Beschäftigung per se zu verteufeln. „Wenn sich jemand tatsächlich nur ein Zubrot verdienen möchte, ist ein Minijob, zum Beispiel als Haushaltshilfe, eine gute Möglichkeit. Auch für Studenten können diese Jobs hilfreich sein, das Studium zu finanzieren.“ Problematisch werde es jedoch, wenn die Inhaber der Minijobs eigentlich eine Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung suchten und sich dabei von Minijob zu Minijob hangelten, ohne eine reguläre Anstellung zu finden. „Dies wird leider immer mehr zur Regel, wie eine andere Studie zeigt. Die Bertelsmann-Stiftung hat nachgewiesen, dass die ursprüngliche Idee, über geringfügige Beschäftigung den Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt zu finden, nur in Ausnahmefällen funktioniert.“

Daraus ergeben sich für Rode-Bosse zwei Konsequenzen. „Die erste: Wir brauchen schleunigst einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro. Das ist ein wichtiger Schritt, um prekäre Beschäftigung einzudämmen. Zweitens müssen wir alles tun, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu garantieren. Dadurch werden Frauen andere Beschäftigungsmodelle als der klassische Minijob ermöglicht.“


Quelle: Neue Westfälische vom 08.Januar 2013

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